Was haben alte Sorten mit biologischer Vielfalt und Nachhaltigkeit am Hut?

Nur mit dem Erhalt der biologische Vielfalt (Biodiversität) ist unsere Existenz auf der Erde langfristig möglich. Dabei bedeutet Biodiversität die Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten, eine Fülle an Lebensraumtypen und Lebensgemeinschaften sowie eine hohe genetische Vielfalt innerhalb der Tier- und Pflanzenarten.

Und warum brauchen wir nun diese Vielfalt? Die Biodiversität gehört zur Lebensgrundlage des Menschen. Ohne sie funktionieren die Prozesse in der Natur und damit auch wir Menschen nicht, denn in der Natur ist alles miteinander verbunden, wie in einem System –  stirbt eine Art aus oder wird eine Ressource aufgebraucht, beeinflusst dies andere Arten. Die tatsächliche Reichweite der Auswirkungen ist dabei nur schwer abzusehen.

Existenzielle Bedeutung der biologischen Vielfalt

Lange galten die Leistungen und Ressourcen der Natur als unerschöpflich, heute ist der dramatische Schwund der biologischen Vielfalt nicht mehr zu übersehen. Weltweit sind zahlreiche Arten vom Aussterben bedroht. Täglich sterben Tier- und Pflanzenarten für immer aus, die meisten, noch bevor sie entdeckt worden sind. Die Gründe hierfür sind vielfältig, lassen sich aber oft auf menschliches Verhalten zurückführen. Dazu gehören tiefgreifende Veränderungen der Lebensräume, Übernutzung von Flächen, Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung und die Ausbreitung fremder Arten. Vielen ist bewusst, dass Wildtiere und -pflanzen bedroht sind. Doch ähnliches betrifft die Agrobiodiversität – die biologische Vielfalt in der Landwirtschaft. Viele alte Nutzpflanzen und Nutztierrassen werden nicht mehr angebaut bzw. gezüchtet und sind vom Aussterben bedroht.

...aber wir können ganz einfach zum Erhalt der Vielfalt beitragen: Indem wir seltene Kulturpflanzen und Nutztierrassen pflanzen, kaufen und nutzen – denn vor allem durch mangelnde Nachfrage und teilweise durch Unwissenheit über die Bedeutung biologischer Vielfalt gehen viele Arten verloren.

Biologische Vielfalt als Kulturgut

Insbesondere mit dem Verlust seltener Kulturpflanzen und Nutztierrassen geht nicht nur ein Teil der Biodiversität und damit unserer Lebensgrundlage verloren, sondern auch ein wichtiges Kulturgut. Heimische Kulturpflanzen und Nutztierrassen sind mit ihrer spezifischen, an die jeweiligen Lebensräume angepassten Form und Ausprägung immer auch ein wichtiger Bestandteil regionalen Kulturguts. Der Erhalt und die Weitergabe dieses Natur- und Kulturerbes an nachfolgende Generationen gehört zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Daher bringt „Essen statt vergessen“ seltene und traditionelle Sorten in Horte und Kindertagesstätten, vermittelt spielerisch und über Sinneserfahrung ein Verständnis über das komplexe Thema und stellt das eigene Handeln für eine gute, nachhaltige Ernährung in den Mittelpunkt. So sensibilisieren wir für den sinnstiftenden Nutzen einer biologischen Vielfalt und tragen zu ihrer Erhaltung bei.