Ein Bildungsprojekt für Hortkinder

Schon mal eine blaue Kartoffel geschält? Oder ein wolliges Schwein gestreichelt? Was nach fiesen chemischen Farbzusätzen oder Genmanipulation klingt, ist Natur pur: In den Gärten und Ställen unser Ururgroßeltern waren solche alten Kulturpflanzen und Nutztierrassen noch zu finden. Heute herrscht dagegen Langeweile in den Regalen der Supermärkte: Gelbe Kartoffeln, rote Tomaten, orange Karotten – statt farbenfrohe Sortenvielfalt.

Unter dem Motto „Essen statt vergessen“ ermöglicht das gleichnamige Bildungsprojekt sechs- bis zwölfjährigen Hortkindern, selten gewordene Kulturpflanzen und Nutztierrassen zu entdecken. Die Botschaft ist denkbar einfach: Viele dieser Sorten und Rassen sollten wir lieber essen, statt sie gänzlich zu vergessen und damit nach und nach aussterben zu lassen.

Gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

Das Projekt besteht aus mehreren Modul-Bausteinen, in denen die Kinder sich auf praktische Art und Weise mit alten Sorten, deren Pflanzung und Weiterverarbeitung beschäftigen. Und am Ende schmecken Gelbe-Bete-Suppe, grüner Tomatenketchup, weiße Erdbeer-Marmelade und lila Möhren-Muffins nicht nur gut, sondern bringen die Vielfalt zurück auf den Teller und die Felder.

Gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wurde „Essen statt vergessen“ bereits in zehn Einrichtungen für Kinder (Horte, Kitas, Schulen) erfolgreich umgesetzt. Parallel ist ein Umsetzungshandbuch entstanden, mit dem PädagogInnen eigenständig das Projekt umsetzen können! Das heißt: Jetzt seid ihr dran – „Essen statt vergessen“ kann auch in eurem Hort oder eurer Schule mit spannenden Aktionen und leckeren Gerichten alte Sorten und Biodiversität zum Thema machen.


Die Projektmodule

Projektstart ist ein Impulsworkshop, danach folgen in beliebiger Reihenfolge eine Kochaktion, das kreative Gärtnern, Lernort Besuche, ein Marktstand und ein Kochen mit Eltern.

Das Projekt ist so konzipiert, dass es über einen längeren Zeitraum hinaus in die kontinuierliche pädagogische Arbeit integriert werden kann. Für den Lerneffekt ist die Durchführung kleinerer Einheiten und Wiederholungen sinnvoll. So können Erfahrungen verarbeitet und vertieft werden. Möglich ist dann auch die Arbeit nach dem Peer-to-Peer-Prinzip: Kinder zeigen und erklären den anderen Kindern das Gelernte. Natürlich können auch einzelne Bausteine aus den Modulen für einen Projekttag genutzt werden.